Einige Informationen rund um die Dachbegrünung und Förderprogramme
Dachbegrünung - Schnee und Regen
Das Gewicht bei einer extensiven Begrünung kann zwischen 50
bis 200 kg/m² liegen. Bei der intensiven auch 500 kg/m².
Schnee
Als Beispiel eine 5 cm Schnee-Eis-Schicht (mittlere Dichte 800 kg/m³) darüber
50 cm Altschnee trocken (mittlere Dichte 300 kg/m³) und 30 cm Neuschnee
(mittlere Dichte 100
kg/m³) erhalte ich eine Auflast von 220 kg/m³, welche der Dachbegrünung
hinzugerechnet werden müssen.
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Regen
Bei Stark-Regen besteht die Gefahr, dass die Wassermenge
nicht schnell genug abfließen kann. Im extremsten Fall kann es vorkommen, dass
der Regen zum „Blitz-Eis“ wird. Das Wasser-Eis wird mit einer mittlere Dichte
von 900 kg/m³ berechnet.
Der Vorteil einer Dachbegrünung
liegt nicht nur alleine darin, seinen Geldbeutel zu schonen, sondern auf den
Gedanken der Zukunft. Die menschliche Bevölkerung ist sprunghaft angestiegen.
Dies erfordert, dass weitere Bauplätze ausgeschrieben werden müssen und somit
wertvolle Natur in nicht mehr sauerstoffregenerierbaren Betonbauten weichen
muss.
Je mehr Bauten und Straßen
entstehen, desto umweltfeindlicher wird es für die Lebewesen auf der Erde.
Einige Städte haben dies bereits mit ihrem Smogproblem erfolgreich umgesetzt.
§ 19 BNatSchG
Verursacherpflichten, Unzulässigkeit von Eingriffen

Das SPHaus bringt die Natur wieder zurück.
Wer sich bisher noch nie mit der
Dachbegrünung auseinandergesetzt hat, möchte ich im Folgenden die
Eigenschaften, den Aufbau und die Vor- und Nachteile aufzeigen.
Die Eigenschaften einer Dachbegrünung
Verlängerung der Dachlebensdauer
Die Haltbarkeit eines „nackten“
Flachdaches beträgt selbst bei fachgerechter Ausführung im Schnitt nur 15 – 25
Jahre.
Die Ursachen hierfür liegen in den
extremen Umweltbedingungen, denen die ungeschützte Dachabdichtung im Laufe des
Jahres ausgesetzt ist. Auch in unserem gemäßigten Klima sind freibewitterten
Flachdächern Temperaturschwankungen von bis zu 100 Grad im Jahresverlauf und
60 Grad innerhalb von 24 Stunden keine Seltenheit. UV-Strahlung und hohe
sommerliche Ozonkonzentrationen beschleunigen den Alterungsprozess der Dachabdichtung
zusätzlich. Die Folge: Materialermüdung, Schrumpfungsprozess, Rissbildung und
Undichtigkeiten.
Bei begrünten Dächern liegt die
Dachabdichtung geschützt in einem gleichmäßig temperierten Bereich.
Hitzeabschirmung im Sommer und Wärmedämmung im Winter sorgen dafür, dass sich
der Temperaturstress für die Dachabdichtung in engen Grenzen hält. 35 Grad
im Jahresverlauf und 15 Grad im Tagesverlauf werden in der Regel nicht überschritten.
Zusätzlich schützt die Begrünung
die Dachhaut auch vor mechanischer Beschädigung durch Hagelschlag, Windsog,
Vandalismus und Sylvesterraketen.
Zahlreiche begrünten Dächer aus den
70er Jahren beweisen, fachgerecht ausgeführte Dachbegrünung können die
Lebensdauer der Abdichtung ohne weiteres verdoppeln.
Ein normal gedecktes Dach mit
Dachziegeln musste in dieser Verlaufzeit bereits einige Austäusche erfahren.
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Schutzschicht
Das Gründach schützt die Dachhaut
vor Beschädigung und Verwitterung. Es verhindert das Aufheizen durch die
Sonneneinstrahlung, reduziert Spannungen und verlängert die Haltbarkeit der
Abdichtung.
In einem normalen Dach werden
Isoliermatten eingebracht. Dennoch wird das Knacken des Holzes bei hoher
Hitzeeinwirkung hörbar.
Strahlenschild
Durch den mehrschichtigen, porösen
und schweren Dachaufbau dringt Schall nur schwer in das Innere. Es könnte aber
auch sein, dass das Mobiltelefonieren zu einem Empfangsproblem führen kann.
Wärmekissen
Im Sommer kühlt das Grün durch
Verdunstung. Im Winter wärmt es, weil es Wind abhält und Wärme speichert.
Differenzen von 15 Grad über/unter der Pflanzenschicht sind belegt. Das
entspricht 40% weniger Wärmeverlust.
Lebensraum
Auf dem begrünten Dach siedeln sich
zuerst Insekten und Kleinstlebewesen an, später auch Vögel. Ungestört vom
Menschen, wenn das grüne Dach nicht als einen zusätzlichen Garten benützt wird,
etabliert sich dort ein geschützter Lebensraum für seltene und bedrohte Tiere.
Luftfilter
Der dichte Pflanzenteppich auf dem
Dach filtert Staub, Schwebeteilchen und Schadstoffe aus der Luft wie ein Kamm.
Über die Photosynthese verwandeln die Pflanzen das Treibhausgas CO2
in frischen Sauerstoff.
Wasserspeicher
Gründächer halten Regenwasser
zurück. Pflanzen und Substratschicht speichern es.
50-90% gehen über die Photosynthese und Verdunstung an die Luft zurück.
Überschüssiges Wasser erreicht zeitverzögert die Kanalisation und entlastet damit
die Klärwerke. Mit entsprechenden Wasserspeicher kann sogar das Abfließen in
die Kanalisation ganz vermieden werden.
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Aufbau einer Dachbegrünung
Bevor es zu den Systemaufbauten
kommt, soll erst der Aufbau an sich dargelegt werden, beginnend von unten:
Dränschicht
Sie kann aus Dränmatten,
Dränschüttungen oder Kunststoffelementen bestehen. Die Dränschicht unterstützt
die Wasserführung der Substratschicht und gewährleistet die Abführung des
Überschusswassers. Unterhalb der Dränschicht kommt häufig noch ein Schutzvlies
zum Einsatz, das die durchwurzelungsfeste Dachabdichtung vor mechanischen
Beschädigungen bei den Begrünungsarbeiten schützt. Denn schnell ist mit dem
Spaten einmal zu tief gestochen worden.
Filterschicht
Die Filterschicht trennt das
Pflanzen-Bodensystem von der darunter liegenden Dränschicht. Feinteile,
Huminstoffe und Pflanzenreste werden von der Filterschicht im
Nährstoffkreislauf gehalten, die so außerdem ein Verschlämmen der darunter
liegenden Dränschicht verhindert.
Substratschicht
Der Substratschicht kommt im
wahrsten Sinne tragende Bedeutung zu: Sie muss die Pflanzen mit Wasser und
Nährstoffen versorgen und ihnen ausreichende Wurzelverankerung garantieren.
Aufgrund der besonderen Anforderungen sollten nur speziell für die
Dachbegrünung konzipierte Substrate zum Einsatz kommen Humuserden und
Oberböden sind allenfalls als Beimischungen geeignet.
Vegetation
Die Pflanzenauswahl orientiert sich
an mehreren Faktoren.
Sie muss auf die Substrateigenschaften
abgestimmt sein, darf die Statik nicht überbeanspruchen und ist abhängig vom
angestrebten Pflegeaufwand. Bei der extensiven Begrünung kommen vor allem
robuste und trockenheitsresidente Arten in Betracht.
Beim SPHaus können zwei
Vegetationsarten zum Einsatz kommen: Die Extensive und die Intensive. Im SPHaus
kommen vorwiegend nur Stützwände zum Einsatz, um dem hohen Gewicht gerecht zu
werden. In dem Bereich, indem die Stützwände weiter von einander entfernt
liegen, sollte die extensive Vegetationsart gewählt werden. Somit entsteht auf
dem Dach eine interessante Natur.
Nutzen eines Gründaches.
Es
empfiehlt sich, einen 50 cm breiten Streifen um die Begrünung einzuplanen. Wenn
eine laufende Bewässerung, wie bei der Intensivbegrünung notwendig wird, sollte
ein Bewässerungssystem eingeplant sein.
Weitere Informationen können Sie über den Verband " Deutscher Dachgärtner Verband eV" erfahren.
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Viele Städte und
Gemeinden haben den Stellenwert von Gründächern erkannt und fördern diese in
unterschiedlicher Form.
Aktuelle Fördermaßnahmen erfahren Sie auf den Seiten des Deutschen Dachgärtner Verband e.V.

Sie erfahren auf den Internetseiten des DDV-Infoportal Dachbegrünung weitere nützliche Informationen: Vorteile der Dachbegrünung für Gebäude und Umwelt, Fördergelder für Grüne Dächer, Praxistipps für die Planung und Ausführung sowie Fachbetriebe
Für die Umwelt- und Wohnqualität der Stadtbevölkerung spielt der Naturfaktor eine wichtige Rolle. Die Begrünung ungenutzter Dachflächen stellt in diesem Zusammenhang eine besonders effiziente und kostengünstige Möglichkeit dar, um den Grünflächenanteil und die damit verbundene Wohlfahrtswirkung für die Allgemeinheit zu erhöhen.
Wenn es um die aktive Unterstützung privater und gewerblicher Gründachinitiativen geht, sind auch die städtischen Planungsämter und Fachbehörden gefordert. Dabei können sie auf ein bewährtes Instrumentarium aus Förderprogrammen, Informationsveranstaltungen und Argumentationshilfen zurückgreifen, das seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt wird.
Beispiele für kommunale Förderprogramme
Grundsätzlich unterscheidet man folgende Formen:
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Direkte finanzielle
Förderung
Finanzielle
Zuschüsse durch die städtischen Verwaltungen werden in € pro Quadratmeter
angegeben und liegen i.d.R. im Bereich 5 €/qm und 60 €/qm. Manchmal werden
auch die max. Höchstkosten genannt, die zwischen 250 € und 10.000 € bzw.
zwischen 25% und 100% der anrechenbaren Herstellkosten liegen. Voraussetzung
für eine Förderung ist, dass vor Baubeginn beziehungsweise vor
Auftragserteilung ein Förderantrag gestellt wird. Ansprechpartner ist
entweder das Grünflächen-, das Garten- oder das Umweltamt der jeweiligen
Stadtverwaltung.
Indirekte finanzielle
Förderung durch verringerte Abwassergebühren
Hier wird der ökologischen Funktion des Regenwasserrückhalts durch
Dachbegrünungen Rechnung getragen. Durch die Einführung sogenannter
" gespaltener Abwassersatzungen" werden Grundstücksflächen mit einer
jährlichen Gebühr belegt. Durch Dachbegrünungen minimieren sich diese
Gebühren i.d.R. um die Hälfte im Vergleich zur Gebühr für versiegelte Flächen
oder sie entfallen gänzlich. Gelangt kein Dachwasser in den Kanal bzw. ein
Kanalanschluss entfällt, so ist i.d.R. mit deutlichen Ermäßigungen oder sogar
einer Gebührenbefreiung zu rechnen. Ansprechpartner ist das Tiefbauamt, das
Steueramt oder die Stadtwerke der jeweiligen Stadtverwaltung.
Als Ausgleichsmaßnahme
anerkannt
Im Rahmen der
Bauleitplanung ist die Dachbegrünung als Ausgleichsmaßnahme entsprechend § 19
des Bundesnaturschutzgesetzes anerkannt. Insbesondere die minimierenden und
ausgleichenden Funktionen von Dachbegrünungen bei Eingriffen in Natur und
Landschaft sind unbestritten.
Festsetzung in
Bebauungsplänen
Die Möglichkeit, Dachbegrünung als Auflage im Bebauungsplan bzw. bei
baugenehmigungspflichtigen Neubau-Maßnahmen festzusetzen, wird von vielen
Kommunen angewandt. Dadurch lassen sich Kosten für Bau und Unterhalt des
teueren Kanalnetzes einsparen: weniger Regenwasser muss in der Kläranlage
behandelt werden, Abwasserkanäle und Regenrückhaltebecken sind geringer
dimensioniert, da ein Großteil des Regenwassers auf den Dächern verbleibt und
verdunstet, oder gereinigt und verzögert abgegeben wird.
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