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Einige Informationen rund um die Dachbegrünung und
Förderprogramme

 

Dachbegrünung  - Schnee und Regen

Das Gewicht bei einer extensiven Begrünung kann zwischen 50 bis 200 kg/m² liegen. Bei der intensiven auch 500 kg/m².

Schnee

Als Beispiel eine 5 cm Schnee-Eis-Schicht (mittlere Dichte 800 kg/m³) darüber 50 cm Altschnee trocken (mittlere Dichte 300 kg/m³) und 30 cm Neuschnee (mittlere Dichte 100 kg/m³) erhalte ich eine Auflast von 220 kg/m³, welche der Dachbegrünung hinzugerechnet werden müssen.

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Regen

Bei Stark-Regen besteht die Gefahr, dass die Wassermenge nicht schnell genug abfließen kann. Im extremsten Fall kann es vorkommen, dass der Regen zum „Blitz-Eis“ wird. Das Wasser-Eis wird mit einer mittlere Dichte von 900 kg/m³ berechnet.

Der Vorteil einer Dachbegrünung liegt nicht nur alleine darin, seinen Geldbeutel zu schonen, sondern auf den Gedanken der Zukunft. Die menschliche Bevölkerung ist sprunghaft angestiegen. Dies erfordert, dass weitere Bauplätze ausgeschrieben werden müssen und somit wertvolle Natur in nicht mehr sauerstoffregenerierbaren Betonbauten weichen muss.

Je mehr Bauten und Straßen entstehen, desto umweltfeindlicher wird es für die Lebewesen auf der Erde. Einige Städte haben dies bereits mit ihrem Smogproblem erfolgreich umgesetzt.

§ 19 BNatSchG

Verursacherpflichten, Unzulässigkeit von Eingriffen

Die Dachbegrünung kann als Ausgleichsmaßnahme entsprechend dem §19 im Rahmen der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Das Besondere daran: Der ökologische Ausgleich wird direkt am Ort (SPHaus) des Eingriffes geleistet und muss nicht über Ausgleichsabgaben und Ersatzmaßnahmen an anderer Stelle erfolgen. Die minimierenden und ausgleichenden Funktionen von Dachbegrünungen bei Eingriffen in die naturhaushaltlichen Funktionen von Wasser, Boden, Luft, Klima und Fauna bzw. Flora sind unbestritten.

Der weitere Vorteil bei der Festsetzung in Bebauungsplänen ist, dass erhebliche Kosten beim Bau und Unterhalt des teuren Kanalnetzes, die später nicht auf die Wassergebühren umgelegt werden müssen. Warum: Abwasserkanäle und Regenrückhaltebecken können geringer dimensioniert werden, da ein Großteil des Regenwassers auf den Dächern verbleibt und verdunstet oder erst mit zeitlicher Verzögerung abgegeben wird. Auch hier besteht die Möglichkeit durch den Einsatz einer Zisterne, dass gar kein Regenwasser abgegeben werden muss.

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Das SPHaus bringt die  Natur   wieder zurück.

Wer sich bisher noch nie mit der Dachbegrünung auseinandergesetzt hat, möchte ich im Folgenden die Eigenschaften, den Aufbau und die Vor- und Nachteile aufzeigen.

Die Eigenschaften einer Dachbegrünung

Verlängerung der Dachlebensdauer

Die Haltbarkeit eines „nackten“ Flachdaches beträgt selbst bei fachgerechter Ausführung im Schnitt nur 15 – 25 Jahre.

Die Ursachen hierfür liegen in den extremen Umweltbedingungen, denen die ungeschützte Dachabdichtung im Laufe des Jahres ausgesetzt ist. Auch in unserem gemäßigten Klima sind freibewitterten Flachdächern Temperaturschwankungen von bis zu 100 Grad im Jahres­verlauf und 60 Grad innerhalb von 24 Stunden keine Seltenheit. UV-Strahlung und hohe sommerliche Ozonkonzentrationen beschleunigen den Alterungsprozess der Dachab­dichtung zusätzlich. Die Folge: Materialermüdung, Schrumpfungsprozess, Rissbildung und Undichtigkeiten.

Bei begrünten Dächern liegt die Dachabdichtung geschützt in einem gleichmäßig temperierten Bereich. Hitzeabschirmung im Sommer und Wärmedämmung im Winter sorgen dafür, dass sich der Temperaturstress für die Dachabdichtung in engen Grenzen hält. 35  Grad im Jahresverlauf und 15 Grad im Tagesverlauf werden in der Regel nicht über­schritten.

Zusätzlich schützt die Begrünung die Dachhaut auch vor mechanischer Beschädigung durch Hagelschlag, Windsog, Vandalismus und Sylvesterraketen.

Zahlreiche begrünten Dächer aus den 70er Jahren beweisen, fachgerecht ausgeführte Dach­begrünung können die Lebensdauer der Abdichtung ohne weiteres verdoppeln.

Ein normal gedecktes Dach mit Dachziegeln musste in dieser Verlaufzeit bereits einige Austäusche erfahren.

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Schutzschicht

Das Gründach schützt die Dachhaut vor Beschädigung und Verwitterung. Es verhindert das Aufheizen durch die Sonneneinstrahlung, reduziert Spannungen und verlängert die Haltbarkeit der Abdichtung.

In einem normalen Dach werden Isoliermatten eingebracht. Dennoch wird das Knacken des Holzes bei hoher Hitzeeinwirkung hörbar.

Strahlenschild

Durch den mehrschichtigen, porösen und schweren Dachaufbau dringt Schall nur schwer in das Innere. Es könnte aber auch sein, dass das Mobiltelefonieren zu einem Empfangsproblem führen kann.

Wärmekissen

Im Sommer kühlt das Grün durch Verdunstung. Im Winter wärmt es, weil es Wind abhält und Wärme speichert. Differenzen von 15 Grad über/unter der Pflanzenschicht sind belegt. Das entspricht 40% weniger Wärmeverlust.

Lebensraum

Auf dem begrünten Dach siedeln sich zuerst Insekten und Kleinstlebewesen an, später auch Vögel. Ungestört vom Menschen, wenn das grüne Dach nicht als einen zusätzlichen Garten benützt wird, etabliert sich dort ein geschützter Lebensraum für seltene und bedrohte Tiere.

Luftfilter

Der dichte Pflanzenteppich auf dem Dach filtert Staub, Schwebeteilchen und Schadstoffe aus der Luft wie ein Kamm. Über die Photosynthese verwandeln die Pflanzen das Treibhausgas CO2 in frischen Sauerstoff.

Wasserspeicher

Gründächer halten Regenwasser zurück. Pflanzen und Substratschicht speichern es.
50-90% gehen über die Photosynthese und Verdunstung an die Luft zurück. Überschüssiges Wasser erreicht zeitverzögert die Kanalisation und entlastet damit die Klärwerke. Mit entsprechenden Wasserspeicher kann sogar das Abfließen in die Kanalisation ganz vermieden werden.

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Aufbau einer Dachbegrünung

Bevor es zu den Systemaufbauten kommt, soll erst der Aufbau an sich dargelegt werden, beginnend von unten:

Dränschicht

Sie kann aus Dränmatten, Dränschüttungen oder Kunststoffelementen bestehen. Die Dränschicht unterstützt die Wasserführung der Substratschicht und gewährleistet die Abführung des Überschusswassers. Unterhalb der Dränschicht kommt häufig noch ein Schutzvlies zum Einsatz, das die durchwurzelungsfeste Dachabdichtung vor mechanischen Beschädigungen bei den Begrünungsarbeiten schützt. Denn schnell ist mit dem Spaten einmal zu tief gestochen worden.

Filterschicht

Die Filterschicht trennt das Pflanzen-Bodensystem von der darunter liegenden Dränschicht. Feinteile, Huminstoffe und Pflanzenreste werden von der Filterschicht im Nährstoffkreislauf gehalten, die so außerdem ein Verschlämmen der darunter liegenden Dränschicht verhindert.

Substratschicht

Der Substratschicht kommt im wahrsten Sinne tragende Bedeutung zu: Sie muss die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen versorgen und ihnen ausreichende Wurzelverankerung garantieren. Aufgrund der besonderen Anforderungen sollten nur speziell für die Dachbegrünung konzipierte Substrate zum Einsatz kommen Humuserden und Oberböden sind allenfalls als Beimischungen geeignet.

Vegetation

Die Pflanzenauswahl orientiert sich an mehreren Faktoren.

Sie muss auf die Substrateigenschaften abgestimmt sein, darf die Statik nicht überbeanspruchen und ist abhängig vom angestrebten Pflegeaufwand. Bei der extensiven Begrünung kommen vor allem robuste und trockenheitsresidente Arten in Betracht.

Beim SPHaus können zwei Vegetationsarten zum Einsatz kommen: Die Extensive und die Intensive. Im SPHaus kommen vorwiegend nur Stützwände zum Einsatz, um dem hohen Gewicht gerecht zu werden. In dem Bereich, indem die Stützwände weiter von einander entfernt liegen, sollte die extensive Vegetationsart gewählt werden. Somit entsteht auf dem Dach eine interessante Natur.

Nutzen eines Gründaches.

Es empfiehlt sich, einen 50 cm breiten Streifen um die Begrünung einzuplanen. Wenn eine laufende Bewässerung, wie bei der Intensivbegrünung notwendig wird, sollte ein Bewässerungssystem eingeplant sein.

Weitere Informationen können Sie über den Verband " Deutscher Dachgärtner Verband eV" erfahren.

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Fördermaßnahmen für Dachbegrünung

Viele Städte und Gemeinden haben den Stellenwert von Gründächern erkannt und fördern diese in unterschiedlicher Form.

Aktuelle Fördermaßnahmen erfahren Sie auf den Seiten des Deutschen Dachgärtner Verband e.V.

Infoportal Dachbegrünung

Sie erfahren auf den Internetseiten des DDV-Infoportal Dachbegrünung weitere nützliche Informationen: Vorteile der Dachbegrünung für Gebäude und Umwelt, Fördergelder für Grüne Dächer, Praxistipps für die Planung und Ausführung sowie Fachbetriebe

Für die Umwelt- und Wohnqualität der Stadtbevölkerung spielt der Naturfaktor eine wichtige Rolle. Die Begrünung ungenutzter Dachflächen stellt in diesem Zusammenhang eine besonders effiziente und kostengünstige Möglichkeit dar, um den Grünflächenanteil und die damit verbundene Wohlfahrtswirkung für die Allgemeinheit zu erhöhen.

Wenn es um die aktive Unterstützung privater und gewerblicher Gründachinitiativen geht, sind auch die städtischen Planungsämter und Fachbehörden gefordert. Dabei können sie auf ein bewährtes Instrumentarium aus Förderprogrammen, Informationsveranstaltungen und Argumentationshilfen zurückgreifen, das seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt wird.

Beispiele für kommunale Förderprogramme

Grundsätzlich unterscheidet man folgende Formen:

Direkte finanzielle Förderung
Finanzielle Zuschüsse durch die städtischen Verwaltungen werden in € pro Quadratmeter angegeben und liegen i.d.R. im Bereich 5 €/qm und 60 €/qm. Manchmal werden auch die max. Höchstkosten genannt, die zwischen 250 € und 10.000 € bzw. zwischen 25% und 100% der anrechenbaren Herstellkosten liegen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass vor Baubeginn beziehungsweise vor Auftragserteilung ein Förderantrag gestellt wird. Ansprechpartner ist entweder das Grünflächen-, das Garten- oder das Umweltamt der jeweiligen Stadtverwaltung.

Indirekte finanzielle Förderung durch verringerte Abwassergebühren
Hier wird der ökologischen Funktion des Regenwasserrückhalts durch Dachbegrünungen Rechnung getragen. Durch die Einführung sogenannter " gespaltener Abwassersatzungen" werden Grundstücksflächen mit einer jährlichen Gebühr belegt. Durch Dachbegrünungen minimieren sich diese Gebühren i.d.R. um die Hälfte im Vergleich zur Gebühr für versiegelte Flächen oder sie entfallen gänzlich. Gelangt kein Dachwasser in den Kanal bzw. ein Kanalanschluss entfällt, so ist i.d.R. mit deutlichen Ermäßigungen oder sogar einer Gebührenbefreiung zu rechnen. Ansprechpartner ist das Tiefbauamt, das Steueramt oder die Stadtwerke der jeweiligen Stadtverwaltung.

Als Ausgleichsmaßnahme anerkannt
Im Rahmen der Bauleitplanung ist die Dachbegrünung als Ausgleichsmaßnahme entsprechend § 19 des Bundesnaturschutzgesetzes anerkannt. Insbesondere die minimierenden und ausgleichenden Funktionen von Dachbegrünungen bei Eingriffen in Natur und Landschaft sind unbestritten.

Festsetzung in Bebauungsplänen
Die Möglichkeit, Dachbegrünung als Auflage im Bebauungsplan bzw. bei baugenehmigungspflichtigen Neubau-Maßnahmen festzusetzen, wird von vielen Kommunen angewandt. Dadurch lassen sich Kosten für Bau und Unterhalt des teueren Kanalnetzes einsparen: weniger Regenwasser muss in der Kläranlage behandelt werden, Abwasserkanäle und Regenrückhaltebecken sind geringer dimensioniert, da ein Großteil des Regenwassers auf den Dächern verbleibt und verdunstet, oder gereinigt und verzögert abgegeben wird.

 

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